Mit den ersten Stürmen im Herbst beginnt die Erntezeit im „bayerischen Meran“. Rund um den Kurort Bad Feilnbach werden an die 200 Sorten Äpfel und Birnen angebaut. Anfang Oktober wird die frische Ernte dann auf dem hiesigen Apfelmarkt feil geboten. Der Markt jährt sich heuer zum 26. Mal und kann mit 30.000 Besuchern wohl nicht mehr als Geheimtipp bezeichnet werden. So beeindrucken zunächst die großzügigen, strohbedeckten Parkflächen mit exotischen Kennzeichen aus dem gesamten Bundesgebiet. Vom Parkplatz aus kommend zeigt sich ein trubeliges Marktgeschehen vor der Kulisse des dunklen Hausbergs. Hier und da bleckt am ersten Veranstaltungstag die Sonne durch die Wolken, das bunt geschmückte Kettenkarussell jedoch, dreht sich vor einer herannahenden Regenfront.

In und um die fünf Großzelte herum empfängt den Besucher ein uriger Mix aus bayrischer Dult, Wochenmarkt und Regionalmesse. Der ursprünglich handfeste Charakter des Marktes läßt sich im ersten Zelt erahnen: Dort werden Rüben und Erdäpfel sackweise für den bevorstehenden Winter angeboten. Beeindruckend ist die Auswahl an unterschiedlichen Bio-Speisekürbissen von Georg Sebastian Loferer aus Rohrdorf. Auf der Fläche zwischen den Zelten stehen allerlei Buden mit buntem Programm. Den Weg in unseren Korb findet eine geräucherte Forelle des lokalen Fischereivereins sowie der bewährte Schmalztopf vom Metzger Weingast. An der hinteren Stirnseite des großen Hauptzelts schenkt der Obst- und Gartenbauverein Au – Dettendorf frisch gekelterten Most und Apfelwein aus: Ein wunderbar süßes, ursprüngliches Geschmackserlebnis. Der liebevoll dekorierte Erntedanktisch zeigt die oft vergessene Sortenvielfalt des Obstklassikers (leider ohne Probiermöglichkeit).

Im angrenzenden Bierzelt lädt die obligate Schmankerlkarte ein zur Rast. Bei zünft’ger Musi gibt’s Flötzinger Bier und Warmluftzufuhr. Wir stöbern weiter durch die verschachtelten Nebenzelte, erstehen Feilnbacher Apfelbrot der Imkerei Kirner und Bratapfel-Chips der Obstbrennerei Grimm: Lange Winterabende ahoi! Kurz nachdem wir das fünfte Zelt betreten haben, bricht das Unwetter über den Marktplatz herein. Am Zelteingang empfängt die Handweberei Licht mit feiner Auslegeware, die Obstkelterei ORO bietet Fruchtsäfte aller Art, Bürstenbinder, Sparkasse und Wundermittel runden das etwas kauzige Angebot ab. Regen prasselt aufs Zeltdach und Wind reißt an den Planen: Die Aussteller auf dem Freigelände haben ihre Schotten dicht gemacht. So endet das heutige Markterlebnis leider frühzeitig und ohne Brot zum Schmalz. Schee war’s. Wir kommen wieder.

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